Daten und Fakten

Daten und Fakten

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Es sind kaum belastbare Daten zu der spezifischen Situation von Eltern mit Krebs und minderjährigen Kindern vorhanden. Von den rund 15 Millionen in Deutschland lebenden Eltern minderjähriger Kinder erkranken erkranken jedes Jahr laut Robert-Koch-Institut (RKI) rund 37.000 - davon 20.000 Mütter - neu an Krebs. Während bei Müttern Brustkrebs dabei die mit Abstand häufigste Diagnose ist und fast die Hälfte aller Krebserkrankungen in diesem Lebensabschnitt ausmacht (weitere sind z.B. Malignes Melanom, Schilddrüsenkrebs und Gebärmutterkrebs) verteilen sich die Diagnosen bei Vätern auf verschiedenste Krebserkrankungen. Zu den häufigsten gehören Die häufigsten sind Hodenkrebs, Lungenkrebs, Darmkrebs, Prostatakrebs sowie Blut- beziehungsweise Lymphdrüsenkrebs.1

Rund 50.000 Kinder sind dadurch nach Schätzungen jährlich von einer neu festgestellten Krebserkrankung eines Elternteils betroffen. Unter Berücksichtigung der 5-Jahres-Prävalenz der Krebserkrankungen, leben laut RKI in Deutschland aktuell etwa 117.000 Familien mit einem oder mehreren minderjährigen Kindern, in denen mindestens ein Elternteil in den letzten 5 Jahren an Krebs erkrankt ist. Rund 152.000 oder gut ein Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland befinden sich demnach aktuell in einer solchen Situation.2

Schätzungen für Sachsen

Für den Freistaat Sachsen gibt es darauf basierend schätzungsweise über 2.400 krebskranke Menschen mit etwa 3.330 minderjährigen Kindern, die pro Jahr neu mit der Diagnose ihrer Eltern konfrontiert werden (SKG). Die Zahl der Schwangeren, die an Krebs erkranken, wird für Sachsen auf jährlich etwa 50 Frauen geschätzt (SKG, Ärzteblatt 2025: 1-2 von 1.000 Schwangeren).

Ausgehend von jährlich etwa 3.330 neu betroffenen minderjährigen Kindern ist davon auszugehen, dass in Sachsen zu einem gegebenen Zeitpunkt rund 12.000 bis 14.500 Kinder und Jugendliche mit einer innerhalb der vergangenen fünf Jahre diagnostizierten Krebserkrankung eines Elternteils leben. Eine mittlere Schätzung liegt bei etwa 13.500 Betroffenen. Die Hochrechnung berücksichtigt näherungsweise, dass ein Teil der Kinder während des Fünfjahreszeitraums volljährig wird und ein Teil der erkrankten Eltern innerhalb dieses Zeitraums verstirbt. Eine registerbasierte Prävalenzzahl für diese spezielle familiäre Situation liegt bislang nicht vor.

Insgesamt wird die jährliche Zahl der neu unmittelbar und mittelbar Betroffenen (einschließlich der Patienten, ihrer Kinder, der schwangeren Frauen und ihrer Angehörigen) in Sachsen jedes Jahr auf bis zu 39.200 Personen geschätzt (SKG).

Kein Einzelfall

Diese Zahlen machen deutlich: Familien mit minderjährigen Kindern sind im onkologischen Versorgungssystem regelmäßig anzutreffen. Ihre Lebenssituation unterscheidet sich jedoch in wesentlichen Punkten von derjenigen älterer Patient, deren Kinder bereits erwachsen sind. Viele dieser Eltern befinden sich mitten in einer Phase hoher gleichzeitiger Anforderungen: Kinderbetreuung, Schule oder Kita, beruflicher Aufbau, Partnerschaft, Finanzierung des Haushalts, laufende Kredite, Familienorganisation und Zukunftsplanung. Die Krebsdiagnose trifft somit häufig auf eine ohnehin stark beanspruchte Lebensphase.

Weiterführende Informationen

Quellenhinweise
  1. Krebsinformationsdienst (KID): Eltern mit Krebs und ihre Kinder: Unterstützung in schwierigen Zeiten. (16.06.2026). Online unter https://www.krebsinformationsdienst.de/krebs-und-psyche/kindern-krebs-erklaeren
  2. RKI / Zentrum für Krebsregisterdaten: Wie häufig sind Krebserkrankungen bei Eltern minderjährigen Kinder? (17.04.2019). Online unter https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Kurzbeitraege/Archiv2019/2019_3_Kurzbeitraege_Krebskranke_Eltern.html
Aktualisierungsinformationen

Eingestellt von: Redaktion TelMaCare (TH)
Erstellt am: 04. September 2026
Letzte Aktualisierung am: 04. September 2026